Legen Sie ein Blatt Papier mit einem ausgeschnittenen Stern auf den Tisch. Leuchten zwei Taschenlampen von unterschiedlichen Seiten, sehen Lernende sofort: Für ODER genügt ein Licht, um den Stern sichtbar zu machen; für UND müssen beide Strahlen gleichzeitig treffen. Die Helligkeit wird zur Entscheidung, die Positionen werden zu Bedingungen. So werden abstrakte Wahrheitswerte in unmittelbare Erfahrungen übersetzt.
Stellen Sie eine einfache Frage: Ist der Raum zugänglich? Offene Tür bedeutet wahr, geschlossene Tür bedeutet falsch. Drehen Sie die Bedeutung um, indem Sie fragen: Ist der Raum verschlossen? Plötzlich kehrt sich das Ergebnis um, ohne dass sich der Zustand ändert. Lernende erleben NICHT als Perspektivwechsel, der Aussagen invertiert, Klarheit schafft und Missverständnisse über doppelte Verneinungen spielerisch auflöst.
Legen Sie zwei Münzen auf den Tisch und definieren Sie Kopf als wahr. XOR bedeutet: genau eine Münze zeigt Kopf. Sind beide Kopf oder beide Zahl, ist das Ergebnis falsch. Dieser zarte Unterschied zu ODER wird fühlbar, wenn Lernende wiederholt werfen, zählen und Ergebnisse protokollieren. Das Messbare hilft, Sprache zu präzisieren und Logik vom Zufall zu unterscheiden, ohne Formeln bemühen zu müssen.
Zeichnen Sie Spalten für A, B und Ergebnis. Verteilen Sie grüne Zettel für wahr, rote für falsch. Füllen Sie Zeile für Zeile, während die Gegenstände die Fälle spielen. Danach übertragen Sie die Ergebnisse in eine saubere Tabelle. Lernende entdecken Muster, prüfen Hypothesen und verstehen, warum Tabellen vollständige Übersichten bieten. Das Schreiben wird automatisch, weil es sichtbaren Handlungen folgt und nicht umgekehrt.
Formulieren Sie Sätze wie: Wenn die Haustür verschlossen ist und der Schlüssel steckt, dann bleibt die Matte innen. Übertragen Sie dieselbe Struktur in klarere Notation, indem Sie Bedingungen und Ergebnis trennen. Wiederholen Sie mit ODER, NICHT und XOR, bis die Überführung selbstverständlich wirkt. Alltagslogik und formale Darstellung wachsen zusammen, und Lernende erleben, dass Regeln präzise, hilfreich und erstaunlich vielseitig sind.
Legen Sie drei Sockenpaare gemischt aus. Definieren Sie: Licht an, wenn eine ungerade Anzahl einzelner Socken sichtbar ist. Testen Sie Fälle, zählen Sie und beobachten Sie, wie sich das Ergebnis mit jedem neuen Einzelstück umkehrt. Dieses Paritätsgefühl macht XOR intuitiv: genau eins, genau drei, genau fünf. Später erkennen Lernende dieselbe Idee in Prüfungen, Checksummen, Schaltern und überraschend vielen Rätseln wieder.